; bis zum Rutenfest 2009 am 24. Juli 2009 17:00 Uhr



Rutengänge seit dem Mittelalter

Wahrscheinlich wurden schon im 15. Jahrhundert oder früher Schüler der Lateinschule »in die Ruten« geführt. Eine sichere Nachricht darüber gibt es in Ravensburger Geschichtsquellen zwar erstmals 1645, doch dürfen wir aus entsprechenden Zeugnissen in anderen Städten schließen, dass der Brauch auch in Ravensburg schon viel früher geübt wurde. Mit ihren Lehrern zogen die Schüler zu Beginn des Schuljahres im Sommer ins Grüne, um die zur Züchtigung nötigen Ruten zu schneiden.

Wir wissen nicht, wann solchen Rutengängen, die den Schülern keine Freude entlocken konnten, ein fröhlicher Abschluss mit Singen und Spielen gegeben wurde. Dem Ernst des Lebens, durch die Ruten symbolisiert, trat im Lauf der Zeiten immer stärker und deutlicher die heitere und festliche Ausgelassenheit der Jugend an die Seite. Sicher erst viel später, im 17. oder 18. Jahrhundert, nahmen die Eltern an den noch bescheidenen Festfreuden der Schüler Anteil, und bald ließ sich auch die Geistlichkeit und die städtische Obrigkeit in das Feiern einbeziehen.

In der Barockzeit, nach dem leidvollen 30-jährigen Krieg,war das Rutenfest als das Fest aller Ravensburger geboren. Anfang und Ende des Festtages bildeten seitdem, das darf nicht vergessen werden, Gottesdienste, in denen man hauptsächlich Marienlieder sang. Die heute gesungenen Rutenlieder kamen um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf.


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